top of page
Links_edited.jpg

Alles mit Links

Warum wir (fast) alles von links machen
 

Hand aufs Herz: Wenn du dein Pferd holst, von welcher Seite näherst du dich? Von welcher Seite führst du? Wo stehst du beim Putzen meistens? Und die Gretchenfrage: Von welcher Seite steigst du auf?

Vermutlich lautet die Antwort zu 99 %: Von Links.

Das ist so tief in uns verankert, dass es sich fast "falsch" oder sogar verboten anfühlt, das Pferd von rechts zu führen oder aufzusteigen. Aber warum eigentlich? Der Grund liegt hunderte Jahre in der Vergangenheit und hat mit Rüstungen, Waffen und dem Militär zu tun.
 

Der historische Ursprung

Um zu verstehen, warum wir heute so fixiert auf die linke Seite sind, müssen wir zurück in die Zeit der Kavallerie und der Ritter schauen.

Die meisten Menschen sind Rechtshänder. Das bedeutete für einen Soldaten oder Ritter, das Schwert (oder später die Pistole im Holster) wurde an der linken Hüfte getragen. So konnte man es im Ernstfall blitzschnell mit der rechten Hand ziehen.

Wenn nun ein Ritter mit einem langen, schweren Schwert an der linken Seite versucht hätte, von rechts aufzusteigen, wäre das Schwert beim Überschwingen des rechten Beines im Weg gewesen. Es hätte den Ritter blockiert oder noch schlimmer, dem Pferd in die Flanke oder den Rücken gestoßen.

Deshalb stieg man von links auf. Das linke Bein kam in den Bügel, das rechte (schwertfreie) Bein schwang über den Pferderücken, und das Schwert hing dabei sicher an der linken Seite herab, ohne zu stören.

Diese Notwendigkeit wurde in den militärischen Reitvorschriften festgehalten und über Jahrhunderte in den Reitschulen der Welt gelehrt. Obwohl wir heute keine Säbel mehr tragen, hat sich diese Tradition als ungeschriebenes Gesetz gehalten.
 

Warum wir dringend umdenken müssen

Heute tragen wir Reithosen statt Rüstungen und Gerten statt Schwerter. Es gibt also keinen physischen Grund mehr, an der "Links-Regel" festzuhalten. Im Gegenteil: Die Einseitigkeit schadet mehr, als sie nützt.

Hier sind gute Gründe, warum du ab heute beidhändig werden solltest:

Wenn du jahrelang immer nur von links aufsteigst, ziehst du den Sattel bei jedem Aufsteigen nach links und übst massiven, einseitigen Zug auf den Widerrist und die Wirbelsäule aus. Das führt oft zu muskulären Dysbalancen beim Pferd. Nutze eine Aufstiegshilfe UND wechsele die Seite. Steig mal von rechts auf. Es wird sich anfangs komisch anfühlen (auch für dein Gehirn!), aber es schont den Pferderücken massiv.

Pferde verarbeiten Informationen der beiden Augen unterschiedlich (die Gehirnhälften sind weniger stark vernetzt als bei uns). Ein Pferd, das nur von links gehändelt wird, ist auf dem rechten Auge oft schreckhafter, weil es Bewegungen und Menschen dort weniger gewohnt ist. Wenn du auch von rechts sattelst, trensst und führst, förderst du die mentale Balance und die Gelassenheit deines Pferdes.

 

Sei ein Rebell und geh auf die rechte Seite!

Löse dich von der alten Militärtradition. Wir bereiten uns nicht auf die Schlacht vor, sondern wollen ein gesundes, ausgeglichenes Pferd.

  • Satteln, Trensen und Putzen: Mach es morgen mal komplett von rechts und fange beim Putzen an der anderen Seite an. Beobachte den Gesichtsausdruck deines Pferdes (er wird wahrscheinlich sehr fragend sein!).

  • Führen: Nimm das Pferd bewusst auf deine linke Seite (du gehst rechts).

  • Aufsteigen: Trau dich! Übe das Aufsteigen von rechts. Es ist gutes Gehirnjogging für dich und Wellness für den Pferderücken.

Impressum              Datenschutz   

Balance & Energy, Sattler, Reitsport Sattler, Sattelanpassung, Saddle Fitter, Ernährungsberatung, Ernährungstherapie, Futtermittelberatung, Reitunterricht, Training, Trainer für Pferd und Reiter, altklassische Reitkunst, Barhufbearbeitung, Schmied, Hufbearbeitung, Hufpfleger, Barhufpfleger, Therapie, Osteopathie, Physiotherapie, Manuelle Therapie, Kraniosakrale Therapie, Kranio Sakrale Therapie, Meridian, Akupunktur, Rehatraining,  Bewegungstherapie, In-Balance Trainer,

bottom of page